Meine langjährigen ergotherapeutischen Erfahrungen und die intensive Ausbildung zur Ortho-Bionomistin lehren mich, dass eine Erkrankung, abgesehen von den körperlichen Symptomen, einen beträchtlichen Verlust an Lebenskraft bedeuten kann, so dass die Klienten auf vielen Ebenen neu lernen müssen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Ich versuche, nicht mit fertigen Ideen zu kommen, was ich dem Klienten heute „beibringe“, sondern weiß, dass jeder Mensch seine Lösung bereits in sich trägt. Ein Mensch kann nur entwickeln, was schon in ihm steckt. Daher ist die Frage nach seinem aktuellen Leidensdruck zu Beginn der Behandlung, und immer wieder zwischendurch, fundamental. Der Klient fühlt sich an- und ernst genommen und mir fällt es leichter, einen richtigen Impuls, an richtiger Stelle, zur richtigen Zeit, zu setzen.

Die Beeinträchtigungen sind vielfältig: Manchmal sind es Schmerzen in einem bestimmten Bereich, manchmal lässt sich die Zahnpastatube nicht öffnen, aber nur, wenn der Patient selbst „seine“ eigene Lösung findet, wird sie auch von Dauer sein. Hilfreich dabei ist eine möglichst absichtslose Haltung der Therapeutin. Sobald ein Mensch seinen Körper bewusst spürt, im Einklang mit Geist und Seele, sich selbst besser „wahr“-nimmt, können sich Blockaden lösen. Dann wird er auch seine Umwelt mit anderen Augen betrachten, sich anders darin bewegen, sich besser darin integrieren. Diesen Prozess der Anpassung bezeichnen wir in der Entwicklungsgeschichte als Evolution, die gleichzeitig eine Weiterentwicklung bedeutet. Besonders in der Neurologie kann dies auch heißen, zu lernen, trotz erworbener Einschränkungen im Alltag zurecht zu kommen.

Die Erfahrungen der Ortho-Bionomy im Rahmen der ergotherapeutischen Behandlung lehren, dass der Körper in der Selbstregulation nicht nur Muster von Haltungen und Bewegungsabläufen erinnert, sondern auch Muster von Handlungskompetenzen.  So ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass ein Klient nach einer Behandlung spontan aufsteht, in die Küche geht und Kaffee kocht, wozu er durch eine komplexe Behinderung nicht mehr in der Lage war.

Die Verknüpfung von Ergotherapie, Ortho-Bionomy und Teilhabe orientierter Kommunikation stellt in meinem Arbeitsalltag eine enorme Bereicherung dar, die ich im Zusammenhang mit den vertrauten Behandlungskonzepten, wie z.B. Bobath, Perfetti und Basaler Stimulation nicht mehr missen möchte. Das schöpferische und individuelle Konzept, gibt Menschen Raum, sich zu entfalten, hin zu gesteigerter Aktivität und Selbstvertrauen, ein Konzept, das in ihnen den Fluss des Lebens strömen lässt.

Diplomierte Orthobionomistin

Neu: Eigene Praxis

ab Mai 2012

in Berlin-Spandau

Staatlich anerkannte Ergotherapeutin

Verena Heine (geb. Maass)

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